Beratung für Borreliosekranke

 

Hier finden Sie:
I. Allgemeine Informationen über die Krankheit Borreliose
II. Wissenswertes zu Borreliose und Psyche

III. Fachartikel „Supportive Psychotherapie bei chronisch Borreliosekranken"

 



I. Borreliose ist eine von Zecken übertragene Krankheit.


Die Borreliose wurde erstmals 1976 in Lyme (deshalb auch Lyme-Borreliose), Connecticut, USA, entdeckt. Auslöser ist ein Bakterium aus dem Darm der Zecken, genannt Borrelia burgdorferi. Trägt die Zecke es in sich, kann es beim Saugakt der Parasiten in den menschlichen Organismus gelangen. Zecken in ganz Deutschland (und fast allen Teilen der Welt) tragen den Erreger in sich. Eine Infektion ist also überall möglich. Mit Schätzungen zwischen 60.000 und 100.000 Neuinfektionen pro Jahr zählt die Borreliose zu den häufigsten Infektionskrankheiten Deutschlands.
Gegen die Borreliose gibt es bislang keinen Impfschutz!

Verwechseln Sie die Borreliose nicht mit der eher seltenen Zeckenkrankheit FSME! Die FSME ist eine von einem Virus ausgelöste Hirnhautentzündung, die hauptsächlich in den südlichen Bundesländern Deutschlands vorkommt, und gegen die man sich impfen lassen kann!


Eine Infektion mit Borreliose zeigt sich:


· in etwa der Hälfte aller Fälle mehrere Tage bis Wochen nach einem Zeckenstich in einer kreisförmigen Rötung (Erythema migrans) um die Stichstelle. Aber auch ohne diese klassische Wanderröte kann eine Infektion mit Borreliose erfolgt sein!
· Zu Beginn treten oft grippeähnliche Symptomen auf (Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Abgeschlagenheit).
· Im späteren Stadium, Wochen oder Monaten nach dem Stich, kann es zu schweren Entzündungen an Gelenken, Haut, Herz oder Nervensystem kommen. 
· Unbehandelt kann es zu chronischen Entzündungen, Organschäden, vielfältigen Funktionsstörungen, Schmerzen und einer dauerhaft eingeschränkten Leistungsfähigkeit kommen.


Behandlung:


Die Borreliose ist, wenn sie rechtzeitig diagnostiziert wird, mit Antibiotika gut zu behandeln. Wird sie aber verschleppt und nicht erkannt, kann sich eine schwere, oft chronische Erkrankung entwickeln, deren Therapie für Betroffene und Behandler eine große Herausforderung ist. 


Schwierige Diagnose!


Seit der Entdeckung des Erregers im Jahr 1982 können viele Beschwerden, für die es lange scheinbar keine Ursache gab, einer Borrelioseinfektion zugeschrieben werden. Die Symptome einer Borreliose sind oft vielfältig und oft diffus. Sie können Wochen, Monate, aber auch erst Jahre nach einem Zeckenstich erstmals in Erscheinung treten. Die Borreliose gilt als großer Imitator vieler Erkrankungen, was nicht selten zur Fehlbehandlung betroffener Patienten führt. 


Möglich sind:


· Glieder- Muskel- und Nervenschmerzen
· Gelenkentzündungen, und -steifheit
· Taubheitsgefühle und Lähmungen
· Kopfschmerzen, Nackensteifheit
· Benommenheit, Schwindel und Sehstörungen
· Herzklopfen und Herzrhythmusstörungen
· Schlafstörungen
· Licht- und Geräuschempfindlichkeit
· Magen- und Darmbeschwerden
· Blasen- und sexuelle Funktionsstörungen
· chronische Halsschmerzen
· starker Nachtschweiß
· chronische Müdigkeit und rasche Erschöpfbarkeit
· Konzentrations- und Denkstörungen
· Depressionen, Angststörungen
· Unkontrollierbare Aggressionen


Im Krankheitsverlauf können die Symptome in Art und Schwere wechseln. Jede Krankheit verläuft anders. 

Prävention:

 
  • Zecken fallen nicht von den Bäumen! 
    Sie sitzen meist in hohen Gräsern und Gebüschen, wie z.B. Farnfeldern oder Unterholz.

  • Bei ausgedehnten Streifzügen in der Natur langärmelige und geschlossene Kleidung tragen. 
    Eine Kopfbedeckung ist sinnvoll.

  • Abends den Körper nach Blutsaugenden Zecken absuchen (dünne Hautpartien, Körpernischen!). Die Infektionsgefahr steigt mit der Saugdauer der Zecken.

  • Eine am Körper haftende Zecke mit einer Pinzette hautnah fassen und gerade herausziehen. 
    Nicht quetschen oder drehen. Kein Öl oder Chemikalien verwenden! 
    Diese Techniken fördern die Ausstoßung von Bakterien aus dem Darm der Zecken.

  • Bei einer Rötung der Stichstelle oder ersten ungewohnten Krankheitszeichen 
    sofort einen Arzt aufsuchen.

  • Einen Zeckenstich niemals vergessen! Datum und Körperstelle des Stiches notieren.

 



II. Borreliose und Psyche
 

Borreliosepatienten werden fälschlicherweise oft als psychosomatisch, hypochondrisch, vegetativ labil oder psychiatrisch krank diagnostiziert. Grund sind die wechselnden und oft diffusen Beschwerden bei einer Borrelioseerkrankung. Diese dürfen jedoch nicht unkritisch zur Annahme einer psychosomatischen Erkrankung führen. Tatsächlich können im Verlauf der Krankheit aber nicht unerhebliche, psychische Beeinträchtigungen entstehen. Gründe hierfür sind die Affinität des auslösenden Bakteriums zu Nervenzellen und –strukturen, sowie die Absonderung eines Neurotoxins.) Ursache und Wirkung sollten dabei nicht verwechselt werden.

Mögliche psychiatrische und psychische Symptome einer Borreliose:
Reizbarkeit • Aggressionen • schwere Schlafstörungen bis totale Schlaflosigkeit Konzentrations- und Denkstörungen • Gedächtnisstörungen (besonders des Kurzzeitgedächtnisses) • Angststörungen • Zwangsstörungen • Stimmungsschwankungen • Lethargie • Depression • manifeste psychotische Symptome • pseudoneurotische Symptome • reaktive psychische Störungen.

Hierfür sind sowohl endogene als auch reaktive Prozesse verantwortlich:


Erkenntnisse der Psycho-Neuro-Immunologie (endogen): 

Infektionskrankheiten können psychiatrische und psychische Symptome verursachen! Bei einer Neuroborreliose (also einer Infektion des Nervensystems mit Borrelien) kommt es zu funktionellen, chemischen und strukturellen Veränderungen im ZNS. 
Reaktionen der Psyche: Depressionen und Ängste können – wie bei jeder schweren oder chronischen Erkrankung - eine Reaktion auf chronische Schmerzen und den starken, anhaltenden Leidensdruck sein. Viele Borreliosekranke verlieren ihren Arbeitsplatz und durch multiple Einschränkungen ihr soziales Umfeld. Da die Krankheit in Deutschland nur wenig bekannt ist, stoßen sie in ihrer Umgebung zudem auf großes Unverständnis.
Pseudoneurotische Reaktionen: Auf den eigenen Körper ist bei einer Borrelioseerkrankung kein Verlass! Schwäche- und Symptomattacken kommen oft plötzlich und sind nicht vorhersehbar. Die daraus resultierende persönliche Verunsicherung ruft Ängste und Verhaltensweisen hervor, die manchmal als neurotisch bezeichnet werden können. 


Die Lebenssituation chronisch Borreliosekranker:


Sehr viele Patienten haben einen langen Leidensweg hinter sich bis die Krankheit erkannt wird. Bis dahin galten ihre Beschwerden oft als psychosomatisch. 
Einen verlässlichen therapeutischen Standard gibt es nicht. Die Behandlung in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium ist schwierig und langwierig. Viele Patienten gelten schulmedizinisch als „austherapiert“ und suchen verzweifelt nach möglichen Heilungswegen.
Die körperlich-geistige Belastbarkeit ist stark vermindert. Es fehlt an Nervenkraft, um den gewohnten Lebensalltag zu bewältigen.
Auf den eigenen Körper ist kein Verlass mehr. Das Wechseln und unberechenbare Auf und Ab der Symptome macht das eigene Leben schwer plan- und vorhersehbar. Besonders die psychisch-geistigen Beeinträchtigen verunsichern und machen große Angst. 
Das persönliche Umfeld reagiert schnell mit Unverständnis auf die bizarre Symptomvielfalt. Liebevolle Unterstützung bleibt dann aus. Viele Betroffene haben das Gefühl, sich für ihren Zustand rechtfertigen zu müssen.
Sekundäre Depressionen und Angststörungen sind manchmal Folge des hohen Leidensdrucks. Sie werden von vielen Behandlern isoliert betrachtet und nicht mit der Grunderkrankung in Verbindung gebracht. Die Diagnose heißt dann „psychisch oder psychosomatisch krank“.

 


Heilungswege


Jeder Borreliosepatient muss seinen individuellen Heilungsweg finden. Dabei sollten schulmedizinische, naturheilkundliche und ganzheitliche Behandlungsansätze bei Borreliosekundigen Behandlern! in Erwägung gezogen werden. Die letztendliche Heilung einer so ernsten Krankheit wie Borreliose kann immer nur ganzheitlich erfolgen. Eine Stärkung der Selbstheilungskräfte unter Berücksichtigung psychoimmunologischer Zusammenhänge (die Psyche beeinflusst das Immunsystem und umgekehrt) ist unbedingt notwendig.

 

   
 

Meine Angebote der ganzheitlichen Borrelioseberatung 


· Krankheitsmanagement  

   (welcher Heilungsweg ist richtig für mich?)
· Krankheitsbewältigung
· Selbstheilungstraining 
· Entspannungstraining
· Angehörigenberatung 


Seit 1998 berate und begleite ich Borreliosepatienten und Angehörige auf ihren Heilungswegen. Nach meiner Ausbildung war meine eigene, langjährige Betroffenheit von Borreliose hierzu Auslöser. 

 

III. Fachartikel

 

 Fachartikel „Supportive Psychotherapie bei chronisch Borreliosekranken" lesen

 


Facharbeit „Supportive Psychotherapie bei chronisch Borreliosekranken“


Auf Wunsch können Ärzte, Therapeuten oder auch interessierte Betroffene meine Facharbeit „Supportive Psychotherapie bei chronisch Borreliosekranken“ für 15 € + 3 € Versand anfordern 

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